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  Kurzberichte 2010 Teil 2
 


Oberbayerischer Züchterausflug 2010
"Zuchtbetrieb mit Stutenmilchproduktion"

Zu Besuch bei den St. Leonhardbetrieben im Chiemgau

(AVC) Der diesjährige Ausflug des oberbayerischen Ponyzuchtverbandes galt am 03. Juni 2010 der Zuchtstätte Abfalter in Grabenstätt/Chiemgau.
Seit mehreren Jahren wird dort nach den strengen Regeln der Bioland-Vorgaben auf der Basis von Haflingern und Welsh-Cob-Ponys  Stutenmilch gewonnen. Zusammen mit fetthaltiger Ziegenmilch war nach langem Tüfteln für eine bestmögliche Mischung und Rezeptur der beiden eine Reihe von reinen Naturprodukten wie Molke, Weich- und Frischkäse erstellt worden, die inzwischen eine ständig steigende Nachfrage erfährt. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Stutenmilch mit Erfolgen sogar in der Krebstherapie sind seit längerem bekannt. Sie hatten den gelernten Landwirt Johann Abfalter einst quasi auf die Spur gebracht, der sich ansonsten als Unternehmer der St. Leonhardsquellen, einer weit über die Landesgrenzen bekannten Mineralwasserfirma, längst einen Namen auf dem Bio-Nahrungsmittelsektor geschaffen hat.
Die exclusive Führung durch die zwei Betriebsstätten galt den etwa dreißig Mitgliedern und Gästen des oberbayerischen Ponyzuchtverbands jedoch vor allem wegen ihrem züchterischem Interesse. Hier werden nämlich bereits seit etwa zehn Jahren Haflingerstuten mit dem gestütseigenen Elite-Hengst  „Chery Bronco“ (Welsh-Cob) angepaart. Die Nachkommen daraus  brillieren durch ihren gutmütigen und ausgeglichenen Charakter, ihr stabiles Fundament, aber auch durch ihre braune bzw. schwarze Fellfarbe, die der Hengst durchschlagend in seiner Vererbung weitergibt. Stutfohlen der ersten Rassekreuzung werden alle im Betrieb selbst aufgezogen und ab dem Alter von 4 Jahren in der Erweiterung der aufstrebenden Stutenmilchproduktionsstätte eingesetzt. Für die nächsten Jahre ist ein Bestand von etwa 150 Stuten geplant. Aber auch die Hengstfohlen finden nach dem
Absetzen von ihren Müttern ohne Probleme reißenden Absatz als zukünftige Freizeitpferde.
Der nächste Schritt für den passionierten Pferdeliebhaber Johann Abfalter ist nun eine Erweiterung mit einer dritten Rasse. Zusammen mit seinem Sohn Martin sind sie dabei eine neue Rasse zu züchten – den "Leonharder": Eine Kreuzung aus Haflinger, Welsh Cob und Andalusier.
Erste spannende Nachzuchtbeispiele wurden den Teilnehmern im Rahmen dieser hochinteressanten Führung bereits vorgestellt.
Man darf also durchaus gespannt sein auf die weiteren von Unternehmer- und Pioniergeist geprägte Umsetzung der Ideen der Familie Abfalter.

Herzlichen Dank der Familie Abfalter für diesen hochinteressanten Tag und
ihre großzügige Gastlichkeit!

Imressionen des Tages



 
Oberbayerische Mitglieder im Stutenstall während der Melkzeit  

"Zu Gast bei Familie Abfalter" (Johann Abfalter mit zwei Enkelinnen vor dem Pferdestall)

Melkzeit
(Haflingerstute mit Welsh/Haflingerfohlen)
 
 
 
Der neue Stutenstall Das Gastgeschenk aus dem Anhänger
(K. Wörmann und W. Steigenberger beim Tragen der Säuleneiche

Zweijähriger Junghengst
F2-Generation
(Haflinger/Welsh-Cob/Andalusier)

 
 
 

"Ui! - was für ein schöner Baum!"
(J.Abfalter, R. Nutz, W. Steigenberger, J.Biedermann; v.l.n.r.)

 
 

Gruppenbild mit einem "Leonharder"
(oberbayerische Exkursionsteilnehmer, Familie Abfalter)

"...und geschmeckt hat's auch!"
Blick auf das Tablett mit den StuZi-Produkten


 




"Hickstead-Impression"
(Europaschau der Shetlandponys 2010)
Fotos: C. Krutzenbichler


Hickstead 2010 -
Reiselustige oberbayerische Ponyzüchter auf "Insel-Trip"


(C. Krutzenbichler) Es waren einmal zwei Oberbayern. Sie beschlossen, den Oberbayerischen Zuchtverband auf der Europäischen Shetlandschau 2010 in Hickstead, Sussex, England, zu vertreten, sei es ohne Ponys. Die Wahrscheinlichkeit, weit angereiste Ponys aus Bayern im stutbuchführenden Ursprungsland der Sektion Shetland im vorderen Bereich rangiert zu sehen, war nach ausgiebiger Diskussion in den Bereich des Unmöglichen vermutet. In Anbetracht der doch sehr langen Reise mit Anhänger entschied man sich für eine passive Teilnahme ohne vierbeinige Begleiter. Am frühen Abend brachen wir, Peter Seitle und Claudia Krutzenbichler, gemeinsam in das ferne England auf. Etwa um Mitternacht wurde der nächste Züchterkollege des hessischen Zuchtverbandes, Max Jäger, eingeladen und weiter ging es Richtung Nordwest. Die Straßen waren frei und so setzten wir am Vormittag des 05. August von Calais nach Dover mit der Fähre über – müde aber gespannt auf die Ereignisse, die bevorstanden.


 
Noch am selben Abend trafen wir vor Ort unsere österreichischen Züchterkollegen des ÖZP, Friedrich Kettl, Erich Höller, Fam. Steindl und Michael Baerecke, sowie die per Flieger angereiste Zuchtkollegin Nadja Rosebrock aus Norddeutschland. Die nächsten Aktionen wurden nun gemeinsam geplant. Am Morgen des 06. August (einen Tag vor der Schau) traf man sich zu der ersten Gestütsbesichtigung, da wir Oberbayern eine persönliche Einladung hatten, das Cranford Stud zu besichtigen. Von Gerry Hart, dem Gestütsleiter, der seit einem tragischen Jagdunfall zu Pferde seit 25 Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist, und seinem Zuchtpartner Kevin Whitmee wurden wir liebevoll durch die Anlage und über die Weiden geführt, auf denen schon viele weltbekannte Hengste und Stuten als Fohlen gespielt und getollt hatten. Wir wandelten also beinahe über historischen Grund... Wunderschöne Mini-Shetlandstuten kamen auf Pfiff scheinbar aus dem Nichts über einen Hügel herbeigaloppiert und schnupperten neugierig an den Fremdlingen aus Germany und Austria.
"Streichelzoo auf der Ponyweide"
(E. Höller, F. Kettl, M. Baerecke; v.l.n.r.)
"Cranford Stud
Impression"
"Kleine Ponys erfordern außergewöhnliche Blickwinkel für den Fotographen" (F. Kettl)

Die gestütseigenen Hengste Cranford Hector, Cranford Crunchy Munchy und BayRoan Mini-Stallion Byways Muskit stellten sich vor. Ein Ad hoc Züchterlehrgang wurde vom Zuchtrichterkollegen Friedrich Kettl aus dem Stehgreif gezaubert, um den Züchtern an einer sehr gut durchgezüchteten Shetland-Cream-Dun Stammstute der Standard-Klasse die Vorteile herauszustellen und das Wissen der Einzelnen sogar auf den fernen Koppeln uneigennützig zu erweitern. Das nennt man Idealismus. Auch im Namen der Anderen, ist es doch für Manche selbstverständlich, Wissen abzustauben, DANKE!  Nach einem gemeinsamen Kaffee in einer romantischen Weinüberzogenen Laube des Anwesens verabschiedeten wir uns von Gerry, Kevin und der Grinsekatze des Gestütes Cranford..... und setzten unsere Bildungsreise fort. Die Adresse des nächsten Shetland-Miniature-Gestütes in den Dorset/Hants Borders im New Forest wurde am Nachmittag von nurmehr dem harten Kern der Gruppe, Gestüt Many Colours, Vom Weschnitztal, Leelands Shetlandponys, von der Mooswiese und Gestüt Of Bavarian Sea in das eigens neu für die Fahrt angeschaffte TomTom eingegeben. Nach einer über zweistündigen (für den Fahrer Seitle anstrengenden – LINKSVERKEHR......) sehr sehr lustigen Fahrt durch die Wälder und über die einsamen Landstraßen der Südwestcoast kamen wir an. Palominos, Cremellos, Cream-Duns – soweit das Auge reichte. Nach einer wiederum netten Führung über die drei verschiedenen Weideanlagen (jede für sich ca. 10 min. entfernt) beschlossen wir, etwas gegen das schleichend heraufziehende Knurren aus der Region der Magengegend zu unternehmen. In das erste ländliche Lokal hinein, in den hintersten Raum (just Germans....) des überteuerten Pubs gesetzt, ergriff ich nach einer kurzen Durchsicht der sehr begrenzten und aber doch extrem teuren Speisekarte, entsetzt die Initiative, oder soll man sagen, die spontane Flucht und stieg wortlos aus der Notausgangstür, die direkt hinter dem Tisch platziert war, an dem sich Alle niedergelassen hatten. Am VW Sharan trafen sich dann doch innerhalb sehr kürzester Zeit alle Mitgefahrenen, die Einen murrend, die Anderen erleichtert und lachend ob der frechen Aktion von mir. Als großes Glück erwies sich die Pub-Flucht, denn wir fanden wie von Geisterhand ein nahegelegenes Wirtshaus, in dem wir in typisch englisch gemütlichem Ambiente Lammschulter und Anderes ..... genießen konnten und uns dann seufzend und wehmütig in Anbetracht der früh beginnenden Schau des nächsten Vormittages und der doch dreistündigen Fahrt zu den Hotels auf die Rückreise nach Hickstead bzw. Crawley machten. Wenn sie gedurft hätten, wäre sicher der Eine und auch die Andere zur weiteren Auszeit in dem schönen Landgasthof mit Zimmern verblieben.....

Am nächsten Tag nun der Beginn des eigentlichen Events, die Wettbewerbe starteten. Fünf Ringe liefen parallel, hier die Miniatures Breeding Classes – dort die Standards Black in hand und Coloured in hand oder Ridden und Driven. In jedem Ring gab es eine Hauptperson: Ein englischer Richter bzw. Richterin, die mit elegantem Ziehen der Melone bzw. mit Deuten des mitgeführten Bambus-Stockes die Ponys im Schrittring rangierten.

Parlington Ulrik
 
Ein Schauspiel, das berührt. Stilvoll in Tweed-Jackets gekleidete Vorführer, Hüte, Baskenmützen und – natürlich wunderschöne und fein herausgebrachte Ponys führten zu Gänsehaut am Fließband. Erregung pur. Das natürlich nur möglich für den eingefleischten Pony-Freak, der sich der Stimmung und der feierlichen Atmosphäre hingeben konnte...

Eine um die andere Klasse wurde entschieden und strahlende Sieger und auch enttäuschte Vorführer verliessen die Ringe. Muß es ja Licht und Schatten wie Sieger und Verlierer geben.

Many Colours Reine Royal
 
 So wird doch gerade auf großen Bewerben wie dieser der Ein oder Andere endlich auf seinen häuslichen Teppich zurückgebracht, der sich im Heimatland vielleicht unbesiegbar fühlte. Eine edukative Maßnahme als Synergieffekt sozusagen, der mit einer solchen Veranstaltung hoffentlich Großes zu vollbringen in der Lage ist.........
Überschattet wurde das Wochenende durch einen Unfall, da eine sehr junge Fahrerin aus England etwas übereilig in einen Kreisverkehr einbrach und beinahe ungebremst in den VW Bus von Friedrich Kettl knallte. Tragisch diese Situation für Jeden, der sich bereit erklärt, seinen PKW (Einer für Alle und Alle für Einen?) für ein solches Abenteuer zur Verfügung zu stellen und am Ende noch Schaden durch Fremde davonträgt. Die herbeigerufene englische Streife hielt die Hände vor die Kameras der Deutschen – nach dem Motto: Keiner verletzt? Weiterfahren! So warteten wir mehrere Stunden auf dem Parkplatz und in der Lounge des nahen Hotels auf den englischen Mechanic und vertrieben uns die Zeit mit Fachdiskussionen. Peter Seitle indessen wurde mit sanfter Gewalt überredet, trotz des erschreckenden Ereignisses seine 25 englische Pfund schwere Eintrittskarte zum Gala Dinner in der Beethoven Suite Hickstead Showground nicht verfallen zu lassen (wem hilfts?) und zusammen mit Züchterfreunden aus Norddeutschland in gelassener Stimmung (im Anschluß gings noch in die Disco in der Nachbarstadt..) den Abend ausklingen zu lassen.


 
Nach Reparatur des Busses „GM-PONY-1“ durch einen netten englischen Rocker (Mechanic aber doch im Grunde)  überfielen wir dann gegen Mitternacht noch den nahen Chinesen, um bei leiser Musik und Gaumenfreuden endlich entspannen und den Schreck der frühen Abendstunden verarbeiten zu können.

Nächster Morgen, it`s Showtime! Die Tribünen merklich gefüllter als am Tag davor, waren auch die Zubehör-Shops überlaufen, die Info-Damen berieten in einer Tour und das hochwertige Coffee-Zelt fand reißenden Zulauf. Ponys, Ponys, Ponys soweit das Auge reichte. Die Fotoapparate standen nicht still. Für uns Deutsche besonders fremdartig anmutend die Fancy Class.


 
 Verkleidete Kinder auf als Wollknäuel verkleideten Ponys, ein fünfjähriger fescher Ritter auf seinem Schlachtross, liebevoll geführt von seinem sechsjährigen Burgfräulein und ein goldgelocktes Engelchen mit Schimmel am langen Zügel. Schön! Das Pärchen aus dem Mittelalter konnte den Sieg für die schönen Konstüme und den Mut nach Hause tragen. Eine Quadrille aus Ponys am langen Zügel geführt von Cowgirls mit pinkfarbenen Westernhüten, Tanya Larrigans Mini Marvels Display Team veranschaulichte einmal wieder, zu was die kleinen Wesen Mini-Shetlands in der Lage sind. Zickzack-Traversalen, Rückwärtsrichten und gar Galloppirouetten in wunderbarer Versammlung konnten wir


 
Alle bestaunen und haben hoffentlich so Manchen zu weiterem Üben daheim mit den eigenen Ponys inspirieren können.

Im Laufe des Nachmittag dann die Entscheidungen der Show. Die Besten der International Shetland Pony Show 2010, die Klassensieger stellten sich der Konkurrenz. Schnell wurde noch hier gewienert und dort gezupft, als dann der Ring der Ringe unter spannungsgeladenem Schweigen des Publikums auf der urplötzlich wie von Geisterhand gesteckt vollen Tribüne begann und die Wertung in Gang kam. Die fünf Englischen Richter sämtlicher Ringe der vergangenen Tage (Mr. Howie, Mr. Robinson, Mrs. Stevenson, Mrs. Mouser, Mrs. Sinclair) diskutierten und fachsimpelten, um den Sieger der Show herauszustellen. Overall In-Hand Breed Champion wurde dann unter tosendem Applaus eine Originale Rappstute, gezüchtet in England,  „BERRYMOOR BRAMBLE“  im Besitz der Familie Nicholson“. Die Supreme Championship of the Show und somit zu gut Deutsch geschrieben Reservegesamtsieger wurde der Shetland Original Fuchsscheck-Hengst der Sektion Standard „Brinleyview Camanchee“, im Besitz von Anne Stevens, Catchpool Stud.


Reservesieger Breeding Classes "Brinleyview Camanchee"
 
Am Abend des letzten Showtages dann organisierte Michael Baerecke einen Besuch für uns alle beim bekannten Gipsy-Horse Züchter Michael Vine in der Grafschaft Kent.


 
Interessante Introductions in die Geheimnisse der Cob-Zucht begleitet von malerisch schöner Kulisse und wunderschönen Ponys des Gestütes, gaben dem Wochenende den letzten Schliff. Auf die direkte Frage einer Oberbayerischen Züchterin an Michael Vine, wie viele Gipsys er sein Eigen nennt, kam die für Deutsche Verhältnisse verblüffende Antwort: 350!....... Auf erneutes Fragen auch der Nebenstehenden, ob man sich verhört hätte, wiederholte er lächelnd diese schier unglaubliche Zahl.

Schön war es in England, viel zu schnell verging die gemeinsame Zeit und es hieß Abschied nehmen von der Insel, von gemeinsamen Stunden, von den vielen wunderbaren Ponys. Mit wehmütigem Blick back to the United Kingdom entfernten wir uns am Mittag des 9. August 2010 (an der Reling der riesigen Fähre der P&O Ferrys stehend) gnadenlose Meter um Meter und kamen ca. 16-20 Stunden später alle wohlbehalten wieder in der Heimat an. Bis nächstes Mal – 2012 voraussichtlich in den Niederlanden (also Schwimmwesten daheim lassen..)

Weitere interessante Links zur Europaschau 2010:

offizielle Seite:
http://www.spsbsshow.com/

Internationale Kommentare und Fotos:
http://www.shetland-pony.com/internationalbreedshow/index.htm

- und natürlich auch bei unserem Verbandskollegen aus Österreich:
http://www.pony.at

 

 
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